Manchmal schauen auch Lehrer zu ihren Schülern auf...
Im Mittelfranzösischen bedeutete „respect" so viel wie „Hochachtung". Hochachtung vor meinen Schülerinnen und Schüler habe ich nämlich auf unserer gemeinsamen Klassenfahrt nach Radevormwald entwickelt, dazu gleich mehr.
Ende September des vergangenen Jahres haben wir drei Tage in der Jugendbildungsstätte der Evangelischen Gesellschaft verbracht.
Frau Lee hatte diese Fahrt bis in Detail vorbereitet und organisiert. Ich selbst durfte mich sozusagen „ins gemachte Nest setzen" und mit Hochachtung vor der Arbeit der Kollegin am Programm der Klassenfahrt teilnehmen. Und dieses Programm hatte es in sich! Nie im Leben hätte ich es gewagt, die 10-Meter-Kletterwand bis ganz oben zu erklimmen! Einige Schülerinnen und Schüler schon. Mit Karabiner-Haken und diversen Seilen gesichert (dafür waren neben Michael Kasterke ausschließlich unsere Sechstklässler zuständig!), als Erster in 12 Meter Höhe über diverse Balken und Seile klettern? Nicht mit mir!
Dominik Dick hat es gewagt. Ganz relaxt durch"kletterte" er diesen Hochseilgarten.
Andere Schüler blieben am Boden und sicherten Dominik und seine Klassenkameraden. Einzelne verzichteten selbstlos wegen dieser wichtigen Sicherungsaufgabe auf eigene Klettereien, obwohl ich ihnen abspürte, dass sie selbst gern auch einmal ganz oben gewesen wären.
An dieser Stelle hatte ich wieder Hochachtung vor dem Mut und der Selbstlosigkeit meiner Schülerinnen und Schüler.
Respekt verdiente aber auch die professionelle Arbeit von Michael Kasterke.
Ihm gelang es hervorragend, den Respekt der Schülerinnen und Schüler einzufordern. Diese hörten immer besser zu, folgten seinen Anweisungen zur Sicherung der Mitschüler bis ins kleinste Detail.
Bis heute beeindruckt es mich zutiefst, wie sehr sich die Klassengemeinschaft durch diese Hochseilgarten-Erfahrung weiter verbessert hat.
Konflikte oder Meckereien bei den Mahlzeiten oder während des Bunten Abends? Fehlanzeige!
So eine harmonische Klassenfahrt wünsche ich mir immer wieder!
Ebenso so einen Grillabend, auf dem wiederum unsere Schüler und Schülerinnen dafür sorgten, dass Würste und Steaks knusperig braun und mit leckeren Saucen versehen meinen hungrigen Magen erreichten.
Persönliche Gespräche mit den Schülern und gute geistliche Impulse durch Frau Lee rundeten dieses Bild einer wirklich gelungenen Klassenfahrt ab.
>>> Werner Vogt, Lehrer