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Mein Schüleraustausch in Paraguay

Manchmal gibt es Momente im Leben, in denen man spürt, dass man aus dem Gewohnten herausmuss, nicht weil etwas fehlt, sondern weil irgendwo da draußen etwas wartet, das größer ist als der eigene Alltag.

Genau dieses Gefühl hatte ich, als wir unseren Schüleraustausch nach Paraguay gestartet haben. Natürlich hatte ich vor der Reise auch meine Sorgen – eine neue Umgebung, eine andere Kultur und so weit weg von zuhause. Doch schon während des Austauschs habe ich gemerkt, wie diese Unsicherheiten immer kleiner wurden. Schritt für Schritt wurde mir klar, dass wir auf diesem Weg nicht allein unterwegs waren. Genau in diesen Momenten hat mich ein Vers begleitet, der für mich beschreibt, was ich dort erlebt habe: „Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; erkenne ihn auf allen deinen Wegen, und er wird deine Pfade ebnen.“ (Sprüche 3,5–6). Bei den Mennoniten in Paraguay habe ich gesehen, wie dieser Vers gelebt wird, und genau das hat diesen Austausch unvergesslich gemacht.  

Schon am ersten Abend durfte ich etwas erleben, das mir sofort gezeigt hat, wie stark die Gemeinschaft dort ist. Wir waren am ersten Abend auf einer Hochzeit und obwohl ich die Menschen dort nicht kannte, wurde ich sofort herzlich aufgenommen. Der Gottesdienst war sehr schön und meine Gastfamilie hat uns so offen und liebevoll begleitet, dass ich mich schnell wohlgefühlt habe. Beim gemeinsamen Essen von Guiso, einem traditionell paraguayisch-uruguayischen Gericht, entstand eine Stimmung, die mir lange im Gedächtnis bleiben wird.  

Ein besonderes Highlight für mich war die Natur, besonders die schönen Sonnenauf- und untergänge. Die Landschaft war sehr vielfältig und wir haben viele Tiere gesehen, die es bei uns in Deutschland nicht gibt. Dazu gehörten Krokodile, Gürteltierchen und andere Arten, die wir zuvor nur von Bildern kannten. Auch auf der Ranch meiner Gastfamilie war die Nähe zur Natur deutlich zu spüren. Dort lebten Pferde, Rinder und viele weitere Tiere, die zum täglichen Leben gehören.  

Weitere große Erlebnisse waren die vielen Ausflüge, die wir zusammen gemacht haben. Fast jeder Tag hatte irgendetwas, das man so zuhause niemals erleben würde. Wir waren im Wasserloch schwimmen, haben Zeit im Colegio Loma Plata verbracht und durften sogar die indigenen Gemeinschaften besuchen, wodurch wir einen tiefen Einblick in ihre Kultur bekommen haben. Einer der besten Ausflüge war der auf der Rancho Tucán.  

Als wir dort ankamen, gingen wir direkt zum Wasserloch, in dem tatsächlich Krokodile leben und sind dort mit einigen schwimmen gegangen. Später, als es Abend wurde, machten wir viele Fotos vom Sonnenuntergang, und beim gemeinsamen Essen entstand eine richtig gute Gemeinschaft. Die Natur und die Tiere dort waren beeindruckend und in der Nacht konnten wir den Sternenhimmel klar sehen, sogar die Milchstraße. Danach machten wir eine Nachtsafari. Wir saßen alle hinten auf dem Truck und in diesen Momenten ist unsere Gruppe noch enger zusammengewachsen. Die Gespräche unterwegs haben unsere Gemeinschaft deutlich gestärkt. In der Nacht zelteten wir unter dem Sternenhimmel und am nächsten Tag durften wir reiten und hatten insgesamt noch eine sehr schöne Zeit auf der Ranch.  

Ein weiterer wichtiger Teil dieser Reise war, dass wir aus unserer Komfortzone herausgekommen sind. Vieles dort war völlig neu und so anders, als man es aus Deutschland kennt. Wir hatten das Gefühl, richtig frei zu sein, frei Neues auszuprobieren, Menschen kennenzulernen und eine Umgebung zu erleben, die man sich vorher kaum vorstellen konnte. Es waren das Essen, die Menschen, die Natur und die ganze Umgebung, die uns gezeigt haben, wie vielfältig Gottes Schöpfung ist. Man hat überall gespürt, wie Gott in diesem Land wirkt. Die Menschen waren erfüllt von ihrem Glauben und Jesus war der Mittelpunkt ihres Lebens. Diese Art zu leben hat mich sehr bewegt und mir gezeigt, wie viel Frieden und Freude daraus entstehen können.  

Nach den zwei Wochen im Chaco haben wir eine Rundreise durch Paraguay gemacht und in verschiedenen Hotels übernachtet. Dabei haben wir viele Orte gesehen, die man so in Deutschland nicht erlebt. Einer der eindrucksvollsten Stops waren die Wasserfälle in Brasilien. Schon als wir davorstanden, hatte man sofort dieses Gefühl, dass Worte dafür eigentlich nicht ausreichen. Während der Rundreise besuchten wir außerdem auf Kilometer 81 eine Leprastation, wo wir viel gelernt und einen Einblick in die dortige Arbeit bekommen haben. Ein weiterer besonderer Moment war unser Besuch in Asunción. Dort waren wir für ein paar Stunden an einer Schule, wurden direkt freundlich aufgenommen und sind mit in den Unterricht gegangen. In der Hauptstadt waren wir auch shoppen und haben die Stadt erkundet. Durch diese Rundreise ist unsere Gruppe noch enger zusammengewachsen, weil wir so viele neue Eindrücke geteilt haben und ständig gemeinsam unterwegs waren. 

Wenn ich auf diese Reise zurückblicke, wird mir erst richtig bewusst, wie schön Paraguay eigentlich ist. Viele haben vielleicht vorher einen ganz anderen Eindruck von diesem Land, aber sobald man dort ist, merkt man, wie viel echte Schönheit darin steckt, in der Natur, in den Menschen und in ihrer Art zu leben. Paraguay ist ein Land, das voll von Jesu Liebe ist. Man spürt dort an so vielen Stellen, wie sehr der Glaube den Alltag prägt und wie stark die Menschen daraus Kraft schöpfen. Für mich persönlich war es eine Zeit, in der ich über mich hinausgewachsen bin und viel Neues über mich selbst gelernt habe. Ich würde jederzeit wieder dorthin fahren, um all diese Erlebnisse noch einmal zu erleben. Jesus wirkt dort sichtbar, und ich kann jedem nur empfehlen, diese Erfahrung selbst zu machen. Aus dieser Reise nehme ich etwas mit, das mich mein Leben lang begleiten wird. Es ist etwas, das jeder einmal erlebt haben sollte.  

Sofia Macht (EF)